Dienstag, 19. September 2017

Augsburg düpiert Leipzig dank Blitzstart

Viel rotiert, nichts erreicht: Vize-Meister RB Leipzig hat vor einem heißen Herbst den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Die auf neun (!) Positionen veränderte Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl unterlag beim Überraschungsteam FC Augsburg mit 0:1 (0:1) und kassierte am fünften Spieltag ihre zweite Niederlage.(Spielplan und Ergebnisse der 1. Bundesliga)

Der FCA setzte vor dem schwäbischen Derby in Stuttgart mit nunmehr zehn Punkten und dem dritten Sieg in Serie dagegen seinen Höhenflug fort.(Tabelle der 1. Bundesliga)

Gregoritsch sorgt für Blitzstart

Michael Gregoritsch sorgte mit dem 1:0 in der 4. Minute für einen Augsburger Blitzstart. Leipzig agierte danach über weite Strecken überlegen, ist vor den Spielen in der Liga gegen Eintracht Frankfurt und in der Champions League bei Besiktas Istanbul aber auf der Suche nach der Leichtigkeit der vergangenen Saison. Ohne den gesperrten Naby Keita fehlten gegen eine konsequent verteidigende Augsburger Elf Struktur, Ideen und Präzision.

Bei Leipzig standen im Vergleich mit dem vergangenen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) nur Kevin Kampl und Torjäger Timo Werner erneut in der Startelf. Dafür feierte unter anderem Torwart Yvon Mvogo sein Bundesligadebüt. Der Schweizer hatte nach 90 Sekunden Glück, dass Gregoritsch nach einer zu kurzen Abwehr den Ball neben das Tor setzte. Wenig später nutzte der FCA die Konfusion in der neu formierten Leipziger Defensive eiskalt aus. Gregoritsch schob aus wenigen Metern ein.(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

FCA macht Räume eng

Leipzig hatte anschließend mehr vom Spiel. RB fiel aber kaum etwas ein gegen einen FCA, der mit fünf Leuten auf einer Linie die Räume sehr eng machte. Schüsse von Werner (12.) und Marcel Sabitzer (20.) waren vor der Pause die magere Ausbeute.

Augsburg verlegte sich aufs Kontern, blieb gegen die anfällige RB-Abwehr aber gefährlich. So verfehlten erneut Gregoritsch, Daniel Baier (20.) und Martin Hinteregger (38.) nur knapp das Ziel (12.).

Auch nach dem Wechsel hatte der FCA die erste sehr gute Möglichkeit, doch Philipp Max scheiterte am stark reagierenden Mvogo (50.). Hasenhüttl brachte nach einer Stunde Emil Forsberg, Leipzig erhöhte nun den Druck. Brumas Schuss parierte aber Marwin Hitz glänzend (62.).


Dienstag, 19. September 2017

Nur Remis: Wolfsburg verpatzt Schmidt-Debüt

Bitteres Debüt für Martin Schmidt: Unter seinem neuen Trainer hat der VfL Wolfsburg einen Sieg im Krisengipfel gegen Werder Bremen leichtfertig verspielt. Trotz großen Aufwandes und viel Engagement kamen die Wölfe im ersten Spiel mit Schmidt auf der Bank gegen den Tabellenvorletzten nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus - und sie gaben eine Führung unnötig aus der Hand.

Neuzugang Divock Origi (28.) hatte die Gastgeber zunächst verdient in Führung gebracht, Fin Bartels (56.) konnte für die erst in der zweiten Halbzeit aufgewachten Bremer noch per Kopf ausgleichen. Am Ende waren die Hanseaten den drei Punkten gegen fahrige Hausherren sogar etwas näher. (Alle Ergebnisse im Überblick) 

Nun wartet Bayern am Freitag

Für den unter Druck geratenen Werder-Trainer Alexander Nouri war das Unentschieden daher eigentlich zu wenig, auch der erst am Montag verpflichtete Schmidt hatte sich mehr vorgenommen.

Aber so verpasste es Wolfsburg, unter dem Nachfolger von Andries Jonker ordentlich Selbstvertrauen für die Partie gegen Bayern München am Freitag zu tanken - auch mit dem früheren Mainz-Trainer Schmidt auf der Bank blieb Wolfsburg über weite Strecken der Partie besonders spielerisch einiges schuldig. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Werder wartet nach dem 5. Spieltag weiter auf den ersten Saisonsieg, Nouri wird trotz der ausbleibenden Erfolge öffentlich bisher aber nicht angezählt.

Wolfsburg wirkt verunsichert

"Ich möchte das Motto Arbeit, Fußball, Leidenschaft auch auf den Platz bringen", hatte Schmidt vor der Partie gesagt. Wolfsburg war vor 26.174 Zuschauern von Beginn an bemüht, das Geschehen zu bestimmen und mit Tempo zum Erfolg zu kommen - die Verunsicherung war dem Team nach den letzten Rückschlägen aber noch deutlich anzumerken.

Schmidt, der nur zwei personelle Änderungen vornahm, sein Team aber taktisch sehr variabel einstellte, sah zunächst viele technische Fehler und Fehlpässe. In der Spitze wurde der fehlende Mario Gomez (Bänderriss) als Anspielstation vermisst, doch dann nutzte Origi gleich seine erste echte Chance zum Führungstreffer. Die Leihgabe vom FC Liverpool drückte eine Hereingabe von Paul-Georges Ntep unhaltbar über die Linie. (Tabelle der Bundesliga)

Wolfsburg bricht in zweiter Hälfte ein

Die von Verletzungen geplagten Bremer begannen nach dem Ausfall von Max Kruse (Schlüsselbeinbruch) ohne gelernten Stürmer und trugen so lange herzlich wenig zu einem unterhaltsamen Spiel bei, echte Chancen blieben erst einmal Mangelware. Die Hanseaten konnten sich glücklich schätzen, dass der agile Yunus Malli (33.) und Origi (38.) aus aussichtsreicher Position zu unpräzise blieben.

In der zweiten Halbzeit wendete sich aber das Blatt, Werder brachte unter anderem Ishak Belfodil und machte plötzlich Druck. Wolfsburg kam nicht mehr richtig zur Entfaltung. Gleich nach Wiederanpfiff vergab Bremens Florian Kainz eine Riesenchance, zehn Minuten später machte es Bartels dann aber besser.

Allerdings hatte der Offensivmann auch Glück, dass die Flanke vor seinem Treffer noch vom Wolfsburger Robin Knoche genau auf seinen Kopf verlängert wurde. Theodor Gebre Selassie traf noch den Pfosten (71.).


Dienstag, 19. September 2017

Starker James führt Bayern auf Schalke an die Spitze

Der überragende Neuzugang James hat der FC Bayern München an die Tabellenspitze der Bundesliga geführt und das Krisengerede rund um den deutschen Meister vorerst beendet.

Der Kolumbianer bereitete beim souveränen 3:0 (2:0)-Sieg beim FC Schalke 04 das 1:0 und 3:0 vor und erzielte den zweiten Treffer selbst. (Alle Ergebnisse des 5. Spieltages im Überblick)

Während die Bayern damit für mindestens 24 Stunden die Tabellenführung von Borussia Dortmund übernahmen, verpassten die zuvor punktgleichen Schalker den ersten Sprung an die Spitze seit siebeneinhalb Jahren klar - auch wegen des Videoschiedsrichters. (Die Tabelle der Bundesliga)

Schalke hadert mit Schiri-Entscheidungen

Die Führung durch Robert Lewandowski per Handelfmeter (24.) kam durch den Videobeweis zustande. James hatte Naldo vor die Hand geflankt, Referee Marco Fritz zog seinen Kollegen Bastian Dankert in Köln zurate - und zeigte auf den Punkt. Bitter für Schalke: Der vermeintlichen Schalker Führung durch Amine Harit im Spielzug zuvor hatte Fritz korrekterweise die Anerkennung verweigert, weil Bastian Oczipka im Abseits gestanden hatte. (TICKER zum Nachlesen)

James selbst, die Leihgabe von Real Madrid, sorgte nur fünf Minuten nach dem 1:0 durch seinen ersten Pflichtspiel-Treffer im Bayern-Trikot für klare Verhältnisse (29.), ehe er dann in der 75. Minute Arturo Vidal (75.) glänzend ins Szene setzte und dieser souverän zum 3:0 verwandelte.

Rudy gibt ersten Warnschuss ab

Die Schalker kämpften vor 62.271 in der ausverkauften Arena zwar vorbildlich, wurden durch druckvolle und gedankenschnelle Gäste aber klar beherrscht. Schon vor dem 0:1 musste Schalke-Schlussmann Ralf Fährmann mit Klasseparaden gegen Sebastian Rudy (8.) und Thomas Müller (10.) klären.

Fährmanns Gegenüber Sven Ulreich, der den erneut am Fuß operierten Ex-Schalker Manuel Neuer gut vertrat, war weit weniger gefordert, aber zur Stelle, wenn es ausnahmsweise mal brannte - so wie in der Szene vor Harits Abseitstreffer mit einer Parade gegen den ersten Schuss des Franzosen.

Ribery wieder nur auf der Bank

Bayern-Coach Carlo Ancelotti hatte drei Tage nach dem lockeren 4:0 gegen Mainz 05 kräftig durchgewechselt, zum Teil gezwungenermaßen. Arjen Robben (Infekt) fehlte ebenso wie Neuer, neben James und Ulreich rotierten die Innenverteidiger Niklas Süle und Javi Martinez sowie Sebastian Rudy und Corentin Tolisso ins Team. Franck Ribery saß wie schon gegen Mainz zunächst auf der Bank.

Nach der Pause behielten die Bayern die Kontrolle, die Königsblauen kamen meistens einen Schritt zu spät - und kassierten beinahe früh das 0:3. Wiederum auf Zuspiel von James, der überall auf dem Platz zu finden war, traf Müller per Kopf nur den Pfosten (51.).

Schalke bäumt sich auf - Vidal trifft

In der 57. Minute setzte Schalkes Trainer Domenico Tedesco alles auf eine Karte und brachte für den erst 19 Jahre alten Startelfdebütanten Weston McKennie als zweite Spitze Breel Embolo. Angeführt von Leon Goretzka stemmten sich die Gastgeber gegen die Niederlage, doch unter anderem auch der von den Bayern umworbene Nationalspieler hatte mit einem Schuss knapp neben das Tor (59.) Pech.

Guido Burgstaller (66.) fand freistehend im starken Ulreich seinen Meister, ehe Vidal dann endgültig alles klar machte. 


Dienstag, 19. September 2017

Kriterien für EM 2024: DFB tritt TV-Bericht entgegen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) tritt einem Medienbericht entgegen, demzufolge einige der Bewerbungskriterien für die EM 2024 angeblich verfassungswidrig sind.

"Der gesamte Auswahlprozess wurde transparent durchgeführt, mit enger Begleitung durch Transparency International. Zudem wurden weitere externe Experten einbezogen - Hinweise auf verfassungsrechtliche Bedenken erhielten wir in diesem Prozess keine", teilte der DFB am Dienstag mit. "Es ist deshalb verwunderlich, wenn jetzt jemand von verfassungswidrigen Vorgaben redet."

Der NDR hatte sich in seiner Berichterstattung auf Wolfgang Hoffmann-Riem bezogen, einen ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichts. Demnach erhalte die Europäische Fußball-Union (UEFA) rund um die Stadien Sonderrechte, die zu "rechtswidrigen Grundrechtseingriffen" führen könnten. 

Der DFB erklärte, er habe "für jeden nachvollziehbar dokumentiert, dass er diese Bewerbung transparent und unter strenger Einhaltung aller Regeln angeht. Dabei ist jedoch auch zu sehen, dass im internationalen Bewerbungsverfahren der UEFA am Ende der Bewerber ausgewählt wird, der die Anforderungen der UEFA bestmöglich erfüllt."

Sämtliche Anforderungen an die Bewerberstädte dienten "dem Hauptzweck in Form einer sicheren, reibungslosen und friedlichen Durchführung eines internationalen Fußballturniers. (...)Keinesfalls werden Demonstrationen, Veranstaltungen oder ähnliches per se undurchführbar."

Von den Städten werde entgegen der NDR-Darstellung "keine vorbehaltlose Zusicherung des Erlasses von Gesetzen zum Schutz von UEFA-Vermarktungsrechten verlangt". 

Einziger Mitbewerber um die EM-Ausrichtung 2024 ist die Türkei. Zuletzt hatte der DFB die zehn Städte und Stadien benannt, mit denen er sich bewirbt.


Dienstag, 19. September 2017

James feiert Tordebüt bei Bayern

Bayerns Neuzugang James Rodriguez durfte beim Spiel des Rekordmeisters auf Schalke gleich zweimal jubeln. Der Kolumbianer stand nicht nur in der Bundesliga zum ersten Mal in der Startelf der Bayern, sondern erzielte auch sein erstes Bundesliga-Tor für die Münchner.

James holte bereits den Handelfmeter für die Bayern in der 25. Minute raus, bevor er vier Minuten später schließlich selbst zum ersten Mal in der Bundesliga traf - und das mit seinem ersten Bundesliga-Torschuss überhaupt.

Nachdem der Ball über Bayerns zweiten Neuzugang Corentin Tolisso zu James gelangt war, guckte dieser Schalkes Torhüter Ralf Fährmann aus halbrechter Position aus und musste nur noch einschieben.

Für den 26-Jährigen ist es das erste Tor auf Vereinsebene nach 136 Tagen. Zudem ist James der erste Kolumbianer seit 1994, der für die Münchner einnetzt. Damals spielte Adolfo Valencia beim Rekordmeister und erzielte elf Tore.

Auch das dritte Bayern-Tor des eingewechselten Arturo Vidal bereitete James mustergültig vor.

Carlo Ancelotti entschied sich den Kolumbianer gegen Schalke auf Außen einzusetzen, während Thomas Müller in der Zentrale wirbelte.


Dienstag, 19. September 2017

Sieg im Topspiel: Magdeburg verkürzt Rückstand

Der 1. FC Magdeburg hat das Spitzenspiel der 3. Liga gegen den SC Paderborn gewonnen und sich damit bis auf einen Punkt an den zuvor ungeschlagenen Tabellenführer herangetastet. Magdeburg schlug vor 18.000 Zuschauern den SCP am 9. Spieltag durch den ersten Saisontreffer von Kapitän Christian Beck 1:0 (0:0).

Der SV Wehen Wiesbaden besiegte Kellerkind Sportfreunde Lotte durch ein spätes Freistoßtor von Robert Andrich (79.) 1:0 (0:0) und behält als Vierter mit 17 Punkten weiter Tuchfühlung zur Spitze (SERVICE: Die Tabelle)

Großaspach hält Kontakt zur Spitze

Zwei Punkte dahinter liegt die SG Sonnenhof Großaspach auf Platz fünf, die den Karlsruher SC 1:0 (0:0) schlug. Daniel Hägele (79.) gelang gegen den Zweitliga-Absteiger der Treffer des Tages. Kurz vor Schluss setzte Großaspachs Shqiprim Binakaj (89.) einen Foulelfmeter über das Tor (SERVICE: Ergebnisse/Spielplan)

Hansa Rostock kam gegen den FSV Zwickau nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Die Führung von Willi Evseev (27.) glich nur wenig später Zwickaus Robert Koch (33.) aus. 

 Der Hallesche FC drehte trotz großer Personalprobleme durch Tore von Fabian Baumgärtel (59.) und Braydon Manu (89.) die Partie bei der zweiten Mannschaft von Werder Bremen und siegte 2:1 (0:1). Werder war zuvor durch Ole Käuper (36.) in Führung gegangen. Halles Mathias Fetsch (38.) scheiterte mit einem Foulelfmeter an Bremens Torwart Eric Oelschlägel.


Dienstag, 19. September 2017

St. Pauli stürzt Kiel von der Spitze

Aufsteiger Holstein Kiel  hat die Tabellenführung in der 2. Bundesliga verloren. Die Kieler unterlagen in einem hitzigen Nordduell, das wegen eines Platzsturms der Kieler Anhänger mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen wurde, dem FC St. Pauli 0:1 (0:1). Kiel liegt nun mit 13 Zählern hinter dem SV Sandhausen auf Rang zwei, Pauli punktgleich hinter Darmstadt 98 und Fortuna Düsseldorf auf Platz fünf.

Johannes Flum (44.) traf in einer ruppigen Partie für die Gäste aus rund zehn Metern zur Führung, nachdem Richard Neudecker die Kieler Abwehr mit einer geschickten Körpertäuschung ins Leere hatte laufen lassen. Patrick Herrmann sah in der 83. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.(Spielplan und Ergebnisse der 2. Bundesliga)

Die Partie begann mit zehnminütiger Verspätung nach einem Platzsturm einiger vermummter Kieler Anhänger. "Das können wir nicht gutheißen. Sowas wollen wir im Fußball nicht sehen", sagte Kiels Geschäftsführer Wolfgang Schwenke bei Sky über die Vorkommnisse vor dem Spiel. Sein Pendant bei St. Pauli, Andreas Rettig, fügte hinzu: "Das war unschön."

Vor 11.935 Zuschauern begannen beide Mannschaften munter, zwingende Torchancen blieben aber zunächst aus. Vor allem der von Pauli an Kiel ausgeliehene Marvin Ducksch, der die Torjägerliste in der Liga mit fünf Treffern anführt, blieb in der ersten halben Stunde blass, hatte im Anschluss an das Gegentor aber die Möglichkeit zum Ausgleich (45.+1) auf dem Fuß.(Tabelle der 2. Bundesliga)

Die Kieler fanden nach dem Wechsel zunächst keine Mittel gegen die aktiveren Hamburger, erst nach rund 60 Minuten wurde Holstein wieder munterer. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)


Dienstag, 19. September 2017

Raffael erlöst Gladbach - neue Sorgen um Kramer

Raffael genoss den Jubel bei der Auswechslung, die Umarmung seines Trainers Dieter Hecking fiel dem Anlass entsprechend herzlich aus. Zwei Tore waren dem Brasilianer gelungen - vor allem dank seines kaltblütigen Spielmachers setzte Borussia Mönchengladbach seinen Aufwärtstrend in der Bundesliga fort.

Die Fohlenelf gewann das lange Zeit dürftige Duell zweier verletzungsgeplagter Mannschaften gegen den VfB Stuttgart letztlich verdient mit 2:0 (0:0) und sprang in die obere Tabellenhälfte.

Der Brasilianer Raffael erzielte mit einem Volleyschuss (57.) und per Foulelfmeter (74.) seine ersten Saisontore für die Borussia. Zudem durchbrach Dieter Hecking mit den Bundesliga-Punkten 500 bis 502 seiner Trainer-Karriere eine Schallmauer.

Kramer mit Kopfverletzung ausgewechselt

"In der ersten Halbzeit war es ein Spiel, wie ich es mir nicht erhofft hatte. Wir hatten nicht die Passgeschwindigkeit, um Stuttgart vor Probleme zu stellen. In der zweiten Halbzeit hat es dann gepasst, die Mannschaft hat die zweite Luft gekriegt. Großes Kompliment, dass sie das heute so durchgezogen hat", sagte Hecking nach dem Spiel.

Bitter für die Gladbacher war aber die Verletzung von Christoph Kramer, der sich bei einem Kopfballduell eine Platzwunde an der Stirn, eine leichte Schädelprellung und eine geschwollene Nasenwurzel zuzog und in der zweiten Halbzeit in der Kabine bleiben musste.

Stuttgart mit harmloser Vorstellung

Die Schwaben wurden drei Tage nach der schweren Verletzung von Kapitän Christian Gentner dagegen für eine harmlose Vorstellung bestraft und verloren auch ihr drittes Auswärtsspiel der Saison. (Spielplan und Ergebnisse der 1. Bundesliga)

"Uns hat die offensive Entlastung gefehlt", sagte VfB-Trainer Hannes Wolf bei Sky. "Nach dem 1:0 für Gladbach war es offen, wir hatten wahrscheinlich sogar mehr Chancen. Es ist schade."

"Wir wollen keine kleinen Brötchen backen", hatte VfB-Trainer Hannes Wolf vor dem Anstoß gesagt. Entsprechend einsatzfreudig begann seine Mannschaft vor den 44.063 Zuschauern. Stuttgart hielt die spielstarke Borussia mit viel Aufwand an der kurzen Leine, die Folge war eine umkämpfte, aber auch äußerst zähe Anfangsphase.

Mit zunehmender Spieldauer erhöhte Gladbach den Druck, ohne jedoch zu Chancen zu kommen. Bei Stuttgart wurde in dieser Phase vor allem Gentner schmerzlich vermisst. Die Mannschaft hatte beim Einlaufen ein Zeichen an ihren Kapitän geschickt, alle Spieler trugen Trainingsjacken mit seinem Namen. Der 32-Jährige war wenige Stunden vor der Begegnung operiert worden.

Sippel ersetzte Sommer

Auf dem Rasen passierte bis zum Pausenpfiff nicht viel. Ein Linksschuss von Nationalspieler Lars Stindl (33.) in die Arme von Torhüter Ron-Robert Zieler war noch die gefährlichste Szene. Auf der Gegenseite wurde Schlussmann Tobias Sippel in seinem ersten Pflichtspiel seit 395 Tagen kaum geprüft. Sippel ersetzte Yann Sommer, der mit einer Innenbanddehnung am Knie ausfiel. (Tabelle der 1. Bundesliga)

Zur zweiten Halbzeit musste Gladbachs Kramer angeschlagen in der Kabine bleiben. Für den Weltmeister kam der erst 18 Jahre und 34 Tage alte Mickael Cuisance als zweitjüngster Spieler der Klubgeschichte zu seinem Bundesliga-Debüt. Keine 20 Sekunden waren gespielt, als Stuttgarts Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde die bis dahin beste Chance der Begegnung vergab.

VfB-Anhänger zündeln

Wenig später knackte die Borussia schließlich das Abwehrbollwerk: Raffael leitete sein erstes Saisontor mit einem Pass auf Elvedi ein und vollendete den Angriff mit einer gekonnten Direktabnahme. 17 Minuten später machte der Brasilianer vom Punkt alles klar. Zuvor hatte Dennis Aogo im Strafraum Thorgan Hazard zu Fall gebracht. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Negativ fielen derweil die VfB-Fans auf, die über den gesamten Spielverlauf immer wieder bengalische Feuer zündeten. Schiedsrichter Sören Storks (Velen) unterbrach daher in seinem zweiten Bundesliga-Spiel nach der Pause sogar kurzzeitig die Partie.


Dienstag, 19. September 2017

Nächste Pleite: Meier bei Lautern vor dem Aus

Die Tage von Norbert Meier als Trainer des 1. FC Kaiserslautern sind wohl gezählt. Der viermalige deutsche Meister unterlag am 7. Spieltag der 2. Liga gegen Erzgebirge Aue 0:2 (0:1). Damit bleiben die nach wie vor sieglosen Roten Teufel mit lediglich zwei Punkten Tabellenletzter

(Tabelle der 2. Bundesliga).

Nach SPORT1-Informationen hätte nur ein Sieg gegen Aue Meier den Job sichern können.

"Dass die Gerüchteküche geht, ist nicht so schlimm", meinte Meier nach dem Spiel bei Sky. "Ich mache mir nur Gedanken über das, was mit der Mannschaft zusammenhängt. Alles andere prallt an mir ab", betonte der Coach.

"Ich sage erst einmal nichts zum Trainer", sagte Sportchef Boris Notzon: "Der Vorstand und ich müssen uns erst zusammensetzen und die Situation analysieren."

Vor dem Spiel hatte er noch bei Sky erklärt: "Wir wollen da gemeinsam durch." Zu den Spekulationen über Meiers Aus hatte Notzon gesagt: "Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird."

Ein Doppelpack von Sören Bertram (30. und 48.) bescherte Aue (zehn Zähler) den ersten Sieg beim FCK (Spielplan und Ergebnisse der 2. Bundesliga).

Die Partie galt als Endspiel für den 58 Jahre alten Meier, der erst Anfang Januar bei den Pfälzern angeheuert und einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison unterschrieben hatte.

Meier erst bedient, dann gefasst

Meier hatte sich zuversichtlich gegeben und betont, der FCK könne die sportliche Krise "nur zusammen lösen".

Nach Spielende ging er zunächst sofort in die Kabine, zeigte sich später aber gefasst. "Wissen Sie, was das Schlimmste ist? Dass ich um Mitternacht Geburtstag habe." Das sei "aber auch das Schöne. Man will den letzten Geburstag, der mit einer 5 anfängt, genießen. Und glauben Sie mir: Ich werde ihn genießen."

Existenz des FCK steht auf dem Spiel

Nachdem die Verantwortlichen im Sommer eine "sorgenfreie Spielzeit" als Ziel ausgegeben hatten, geriet der Coach in den vergangenen Wochen zunehmend unter Druck.

Für den zweimaligen DFB-Pokal-Sieger, der im kommenden Jahr das 20. Jubiläum seiner einmaligen Sensationsmeisterschaft als Aufsteiger feiert, geht es um die Existenz im Profifußball. Die 3. Liga ist für den chronisch klammen Verein wahrscheinlich nicht finanzierbar.

FCK-Torwart Marius Müller sagte: "Das ist traurig für alle hier, für die Fans und die Region. Das ist so erniedrigend, das kannst du dich nur schämen."

Fans pfeifen Rote Teufel aus

Vor lediglich 16.613 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion begannen die Gastgeber nervös. In der Offensive fehlte den verunsicherten Profis jegliche Kreativität. Beim Gegentreffer durch Bertram offenbarte auch die FCK-Abwehr große Schwächen.

Dimitri Nasarow hätte die Führung der Sachsen sogar ausbauen können, traf aber nur den Pfosten (41.). Die Leistung der Pfälzer in der ersten Hälfte war unterirdisch, die Fans machten ihrem Unmut lautstark Luft (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).  

Lautern vorn zu harmlos

Zu Beginn des zweiten Durchgangs setzte Meier alles auf eine Karte. Der Coach brachte Gino Fechner und Stürmer Lukas Spalvis. Die Maßnahme hatte nicht den gewünschten Effeket, im Gegenteil: Bertram traf erneut für die Veilchen.

Danach warf Lautern alles nach vorne, vor dem Tor war die Meier-Elf aber viel zu harmlos.


Dienstag, 19. September 2017

Trotz Wahl-Doppelpack: Ingolstadt nur Remis

Der FC Ingolstadt 04 hat drei Tage nach dem überzeugenden 4:0 gegen den FC St. Pauli einen weiteren Befreiungsschlag in der 2. Bundesliga verpasst.

Zum Auftakt des 7. Spieltags kam der Bundesliga-Absteiger gegen den effektiven MSV Duisburg nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus und steckt weiter im Tabellenkeller fest (Tabelle der 2. Bundesliga).

Boris Taschtschi (17.) brachte die Gäste vor 8199 Zuschauern in Führung. Verteidiger Hauke Wahl (42./52.) drehte das Spiel mit seinem ersten Doppelpack in der 2. Bundesliga zugunsten der bis dahin überlegenen Ingolstädter, ehe Taschtschi (54.) mit seinem vierten Saisontor ausglich (Spielplan und Ergebnisse der 2. Bundesliga).

"Kompliment an meine Mannschaft für den hohen Aufwand. Leider hat uns für den Sieg die Ruhe gefehlt", sagte Ingolstadts Trainer Stefan Leitl nach dem ersten Punkt im heimischen Stadion: "Der Punkt ist ein Anfang. Jetzt regenerieren wir, um am Sonntag in Bochum wieder voll anzugreifen."

Den druckvoll startenden Hausherren war das Selbstbewusstsein nach dem Erfolg in Hamburg deutlich anzumerken. Dennoch ließ Taschtschi die Zebras mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze zuerst jubeln. Kurz vor dem Seitenwechsel drückte dann Wahl einen Eckball mit der Brust über die Linie und belohnte die spielbestimmenden Ingolstädter (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Auch in der zweiten Hälfte war eine Ecke der Ausgangspunkt für die Führung der Gastgeber, nach einer Kopfball-Stafette vollendete Wahl per Volley-Flachschuss. Taschtschi hatte jedoch postwendend die richtige Antwort gegen die kurzzeitig unkonzentrierte FCI-Defensive parat. Ingolstadt ging in der Schlussphase hohes Risiko, doch das Duisburger Bollwerk hielt stand.


Dienstag, 19. September 2017

Sind die Bayern schlagbar?

Blickt man in die Bundesliga-Tabelle ist das Duell FC Bayern München gegen FC Schalke 04 eins auf Augenhöhe. Das war es in den letzten Jahren nicht immer. Die beiden Klubs stehen punktgleich auf Rang drei und vier.

Sind die Bayern am Dienstagabend für Schalke zu schlagen (ab 20 Uhr im LIVETICKER)?

Bayerns Trainer Carlo Ancelotti hat auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Spiels einige personelle Veränderungen angekündigt, "um die Spieler zu motivieren und um alle in einer guten Verfassung zu halten". Zudem muss der Italiener auf einige Stammkräfte verzichten. 

Nach dem guten Start der Schalker wollen die Königsblauen "mit großem Hunger" in das Spiel gegen den Rekordmeister gehen. Schalkes Trainer Domenico Tedesco hält sich sonst aber mit den großen Tönen zurück.

Das Bayern Lazarett 

Ancelotti muss nach dem 4:0-Sieg über den FSV Mainz 05 auf einige Stammkräfte verzichten. Arjen Robben fällt mit einer Grippe aus, Jerome Boateng bekommt nach seinem Startelfcomeback eine Pause verordnet.

James und Franck Ribery könnten Robben ersetzen. Für Boateng wird wahrscheinlich Javi Martinez in die Startaufstellung rutschen.

Die schlimmste Nachricht kam für die Bayern aber am Montag: Manuel Neuer verletzt sich erneut schwer am Mittelfuß. Bereits am Dienstagmorgen wurde der Nationalkeeper operiert. Sven Ulreich wird Neuer gegen Schalke ersetzen.

Schalke freut sich auf die Bayern

Tedesco und Schalke 04 haben indes mit drei Siegen aus vier Spielen den besten Saisonstart seit sechs Jahren geschafft (Die Tabelle im Überblick).

"Wir haben einen guten Plan an die Hand bekommen", lobte daher Leon Goretzka. Abwehrspieler Thilo Kehrer meinte vielsagend: "Wir machen zurzeit vieles richtig, stehen aber erst am Anfang unseres Weges."

Außerdem hofft Breel Embolo auf seinen ersten längeren Einsatz nach dem zehn Minuten Kurz-Comeback gegen Werder Bremen. Der letztjährige Rekordeinkauf musste fast ein Jahr wegen einer Sprunggelenksverletzung mit Wadenbeinbruch pausieren. 

Ancelotti in der Kritik 

Zuletzt stand Bayern Trainer Ancelotti dagegen in der Kritik. Sein früherer Mentor Arrigo Sacchi erzählte, Ancelotti ginge die Leidenschaft ab. Das dementierte Ancelotti im Vorfeld des Schalke-Spiels.

Auch im Doppelpass kam der 58-Jährige zur Sprache. Experte Alfred Draxler mutmaßte Ancelotti nehme Sportdirektor Hasan Salihamidzic nicht ernst. 

Seit Jahren einseitiges Duell

Die Bilanz spricht dafür aber eindeutig für die Bayern.

Der letzte Schalker Sieg im Duell zwischen den Königsblauen und dem Rekordmeister ist schon über sechs Jahre her. Damals gewann Schalke 04 im DFB Pokal-Halbfinale 2010/11 mit 1:0.

In den letzten 14 Partien seitdem gingen die Bayern elf Mal als Sieger vom Feld. Drei Mal trennte man sich mit einem 1:1-Unentschieden. 


Dienstag, 19. September 2017

SV Sandhausen stürmt an die Tabellenspitze

Der SV Sandhausen feiert als Überraschungsteam der 2. Fußball-Bundesliga den besten Saisonstart seiner Zweitliga-Geschichte. Der SVS besiegte am 7. Spieltag 1. FC Union Berlin 1:0 (0:0) und steht nach seinem vierten Sieg bereits bei 14 Punkten und klettert vorerst an die Tabellenspitze. (Spielplan und Ergebnisse der 2. Bundesliga)

Aufstiegskandidat Union Berlin kommt nach seiner zweiten Auswärtsniederlage in Folge dagegen weiter nicht in Tritt und wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg. Sandhausens Linksverteidiger Leart Paqarada (55.) erzielte mit einem sehenswerten Schuss aus 22 Metern das entscheidende Tor. (Tabelle der 2. Bundesliga)

"Ich habe diesen Schuss im Training oft geübt, jetzt ging er mal im Spiel rein", sagte der Siegtorschütze Paqarada bei Sky: "Das freut mich für die Mannschaft."

Der SVS war vor 4893 Zuschauern in der Anfangsphase spielbestimmend, ein Schuss von Sandhausens Philipp Klingmann (4.) rettete Unions Fabian Schönheim gerade noch auf der Linie für den bereits geschlagenen Torwart Jakob Busk.

In einer fortan von Zweikämpfen dominierten Partie fehlten lange der Spielfluss und die Toraktionen. Erst kurz vor der Halbzeit zirkelte Paqarada einen Freistoß (39.) gefährlich auf das Berliner Tor, doch Busk parierte sehenswert.

Union fehlte ohne den angeschlagenen Kapitän Felix Kroos und Abwehrchef Toni Leistner lange jegliche Durchschlagskraft. Lauterns Marcel Hartel verhinderte mit einer Grätsche vor dem einschussbereiten Lucas Höler (77.) sogar das 0:2.

(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)


Dienstag, 19. September 2017

Wegen Pyrotechnik: Schiri unterbricht Spiel in Gladbach

Das wiederholte Zünden von Pyrotechnik hat beim Spiel zwischen Gladbach und Stuttgart für eine kurze Unterbrechung gesorgt.

In der 60. Minute unterbrach Schiedsrichter Sören Storks die Partie in Gladbach, weil einige Stuttgart-Anhänger im Gästeblock wiederholt zündelten.

Bereits im ersten Durchgang sowie in der Halbzeit hatte es in diesem Block Pyro-Vorfälle gegeben.

Nach gut zweieinhalb Minuten konnte das Spiel aber weiter gehen.

Gladbach war kurz zuvor durch ein Tor von Raffael (57.) in Führung gegangen.


Dienstag, 19. September 2017

Eigentor bewahrt DFB-Frauen vor Blamage

Nur ein Eigentor hat die deutschen Fußballerinnen vor einem blamablen Ausrutscher in der WM-Qualifikation bewahrt. Bei einem erschreckend schwachen Auftritt in Tschechien kam die Auswahl von Bundestrainerin Steffi Jones dank eines Aussetzers von Verteidigerin Eva Bartonova (51.) zu einem 1:0 (0:0).

Die sichtlich frustrierte Jones versuchte dennoch, irgendwie das Positive aus der Partie zu ziehen. "Das war auch jetzt ein Schritt nach vorne. Denn wir müssen die Erkenntnis mitnehmen, dass wir zu harmlos sind vorne", sagte die 44-Jährige in der ARD. Ihr Team habe zwar "gefightet, es war ein Kampfsieg, aber für unseren Anspruch zu wenig."

Nach dem 6:0-Auftaktsieg gegen Slowenien mühte sich das DFB-Team auf dem Weg zur Endrunde 2019 in Frankreich an die Spitze der Gruppe 5. Nur die Gruppensieger der sieben Qualifikations-Fünferstaffeln lösen direkt das WM-Ticket. Die vier besten Zweiten spielen in Playoffs um das letzte Europa-Ticket (SERVICE: Die Tabelle).

Benkarth startet im Tor

Jones setzte im Mestsky Stadion von Usti nad Labem fast auf die gleiche Startformation wie drei Tage zuvor. Nur im Tor vertrat wie erwartet Laura Benkarth erneut Almuth Schult, die gegen Slowenien einen Bluterguss im linken Fuß erlitten hatte und nicht mit nach Tschechien reisen konnte.

Die deutsche Auswahl hatte von Beginn an Probleme, gegen das aggressive Pressing der Tschechinnen ins Spiel zu finden. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis ein Schuss aus spitzem Winkel von Simone Laudehr (28.) erstmals für einen Hauch von Torgefahr sorgte.

Erst als den Gastgeberinnen ein wenig die Kräfte schwanden, konnte sich die DFB-Auswahl ansatzweise besser befreien. Doch für zwingende Aktionen im letzten Drittel fehlten wie schon beim EM-Debakel vor rund eineinhalb Monaten Durchschlagskraft und Präzision. Nach dem Halbzeitpfiff stapfte Jones mit entsprechend grimmiger Miene in Richtung Kabine.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte profitierte der haushohe Favorit dann von einem schweren Lapsus in der Hintermannschaft des Weltranglisten-37.: Einen weiten Ball von Tabea Kemme lenkte Bartonova, die kurz zuvor noch mit einer Rettungstat auf der Linie geglänzt hatte, mit der Hüfte aufs eigene Tor und überraschte so die herausgeeilte Torhüterin Barbora Voitkova.

Doch selbst die Führung verlieh der DFB-Auswahl kein Selbstvertrauen. Während die kämpfenden Tschechinnen sich zunehmend vor dem eigenen Strafraum einigelten, blieb es im deutschen Spielaufbau häufig bei Stückwerk.

Maroszan-Treffer zählt nicht 

Einen schönen Treffer von Kapitänin Dzsenifer Maroszan per Hacke (70.) erkannte Schiedsrichterin Marta Huerta De Aza (Spanien) wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht an - eine Fehlentscheidung. Bei einem Kopfball von Tereza Kozarova wurde es sogar noch einmal eng - Benkarth lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte (82.).

Weiter in Richtung Endrunde geht es am 20. Oktober, wenn der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister in Wiesbaden gegen den EM-Teilnehmer Island auf jeden Fall eine Leistungssteigerung zeigen muss. Vier Tage darauf geht es in Großaspach gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Färöer.


Dienstag, 19. September 2017

Nächste Kopfverletzung: Kramer droht Pause

Der Einsatz von Weltmeister Christoph Kramer für Borussia Mönchengladbach im Auswärtsspiel am kommenden Samstag bei Borussia Dortmund ist fraglich.

Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler musste beim 2:0 der Fohlen am Dienstag gegen Aufsteiger VfB Stuttgart zur Pause mit einer Verletzung ausgewechselt werden. "Er hat eine Schädelprellung und einen Riss der Nasenwurzel. Ich habe ihn direkt nach dem Spiel in der Kabine genäht," sagte Teamarzt Stefan Hertl der Bild. Gladbachs Trainer Dieter Hecking bezeichnete die Auswechslung als Vorsichtsmaßnahme.

Zusammenprall mit Stuttgarts Donis

Kramer war in der 22. Minute bei einem Kopfballduell mit Stuttgarts Anastasios Donis zusammengeprallt und hatte sich dabei eine Platzwunde an der Stirn zugezogen. Zudem hatte er Nasenbluten. 

Der Nationalspieler musste rund drei Minuten an der Seitenlinie behandelt werden, ehe er sein blutverschmiertes Trikot wechselte und bis zur Pause weiterspielte.

Nicht der erste Brummschädel

Kramer kann ein Lied davon singen, wie sich ein Brummschädel anfühlt. Im WM-Finale 2014 gegen Argentinien (1:0 n.V.) hatte er nach 17 Minuten einen Ellenbogen-Schlag von Ezequiel Garay an die Schläfe erhalten und konnte sich nach dem Match nicht mehr an die halbe Stunde erinnern, die er auf dem Platz stand.

Am Wochenende wurde der Mittelfeldspieler von Leipzigs Naby Keita übel an der Lippe erwischt - und am Dienstagabend erwischte es den 26-Jährigen schon wieder am Kopf.

Mit einem blauen Pflaster auf der Stirn und Watte in der Nase spielte er bis zur Halbzeit weiter, dann musste er passen. "Ihm war schwindelig und schlecht", erklärte Co-Trainer Dirk Bremser bei Sky. Für Kramer kam der Franzose Mickael Cuisance ins Spiel.